STOPP – Kinder gehen gewaltfrei mit Konflikten um

Im täglichen Miteinander, gerade auch im Schulkontext, fällt immer wieder auf, dass vielen Kindern die notwendigen kommunikativen und interaktiven Strategien fehlen, so dass sie oft in Konfliktsituationen überfordert zu sein scheinen. Dazu trägt auch das gesellschaftliche Vorleben von gewaltätigen Konfliktsituationen bei. Durch offen ausgetragene Streitigkeiten im Elternhaus, in der Schule, in der Öffentlichkeit über Grenzen hinweg, durch ein wenig strukturiertes soziales Umfeld und in der großen Anzahl der Medien stehen unsere Kinder heute einer Vielzahl von Konflikten gegenüber, ohne jedoch das notwendige Rüstzeug zu haben, um diesen Einflüßen von außen gegenübertreten zu können.

Deshalb haben wir es uns als Schule zur Aufgabe gemacht, unseren Teil dazu beizutragen, um unsere Kinder resilienter zu machen. Sowohl der Abbau eines hohen Aggressionspotentials als auch die Stärkung von zurückhaltenden und schüchternen Kindern gilt hier unser Augenmerk. Diese große Aufgabe kann jedoch nur dann gelingen, wenn das Gros der Elternschaft die Inhalte mitträgt.

Stärken stärken und Schwächen schwächen trifft den Kern des Konzeptes schon sehr genau, das in vier Themeneinheiten gegliedert ist:

1. Umgang mit Gefühlen

  • Klasse 1/2 Gefühle kennenlernen
  • Klasse 3/4 Was mache ich, wenn ich wütend bin ?

2. Umgang mit Provokationen

  • Klasse 1/2 Wenn mich jemand ärgert, bleibe ich cool! Ich habe eine dicke Haut !
  • Klasse 3/4 Wenn mich jemand ärgert, bleibe ich cool ! Schimpfwörter – nein danke !

3. Drohende Konflikte stoppen

  • Klasse 1/2 Wenn es mir zu viel wird, sage ich STOPP ! Die STOPP-Hand kann helfen!
  • Klasse 3/4 Wenn es mir zu viel wird, sage ich STOPP ! Ich sende Ich-Botschaften !

4. Miteinander reden

  • Klasse 1/2 Wenn mich jemand nervt, dann sage ich es ihm oder ihr !
  • Klasse 3/4 Komm, lass uns drüber reden !

Für  die Klassenstufen 1 und 2 bedeutet dies, eine Grundlage kommunikativer Kompetenzen zu legen, die eigenen Gefühle zu erleben und zu erfahren, die Fähigkeit zur Empathie anzubahnen, die Stärkung des „WIR“-Gefühls, Strategien zur Konfliktvermeidung zu erlernen und deeskalierendes Verhalten in Konfliktsituationen zu trainieren. Also das Kennenlernen und das Trainieren alternativer Handlungsmöglichkeiten.

In den Klassenstufen 3 und 4 liegen die Schwerpunkte im Vermeiden von Schimpfwörtern, den respektvollen Umgang untereinander zu pflegen und Ideen zu sammeln zum Thema „Gewaltfreie Pause – wie geht das?“ Also das gemeinsame Entwickeln einer kindgerechten Schulordnung.

Alle Themen werden auf der EIS Ebene aufgearbeitet. Das E steht für enaktiv, also handelnd. Ikonisch oder bildhaft stht für das I. Und schließlich soll die symbolische Ebene erreicht werden. Diese steht für den Buchstaben S.

Durch die Bausteine soll auf vielfältige Art und Weise Soziales Lernen ermöglicht werden. Dies nehmen wir als Schule in unseren Sozialen Lernstunden wahr, die einmal pro Woche schwerpunktmäßig in den Fächern Deutsch, Sachunterricht, Musik, Bewegung,Spiel und Sport, Religion und Kunst stattfinden. Die Ausbildung von Juniorhelfern, die Möglichkeit einer Streitschlichter-AG, die Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeiterin Frau Knaub und der Unterstützung und den Anregungen aus der Elternschaft tragen dazu bei, die Schulgemeinschaft zu einem friedlichen Mit- und Füreinander zu führen, geprägt von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung.

 

Die  6 Säulen einer starken Gemeinschaft

 

Freundschaft.

Freiheit.

Vertrauen.

Kommunikation.

Ehrlichkeit.

Verständnis.